Diskussion um Gestaltung der Brücke über den Nonnenbach

Kommunalpolitik

„Wo ist denn da eine Brücke?“

Diese Frage wird oft gestellt, wenn von der Brückenrenovierung im Zuge der Ortskernsanierung gesprochen wird. Der Nonnenbach ist tatsächlich verrohrt unter der Straße zwischen der Gaststätte „Ratsschänke" und dem ehemaligen Uhrmacherfachgeschäft geführt und tritt vor den Kuriengebäuden wieder heraus.

Seit Jahren ist bekannt, dass diese Brücke marode ist. Deswegen musste der Fahrzeugverkehr auf 3,5 Tonnen herabgelastet werden. Schwerere Fahrzeuge dürfen den Bereich nicht mehr passieren.

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In der letzten Sitzung des  Gemeindeentwicklungsausschusses stellte das beauftragte Planungsbüro Planungsalternativen vor, wobei betont wurde, dass sie bislang Skizzencharakter hätten. Eine detaillierte Befassung sei noch nicht erfolgt.

Es wurden zunächst die Rahmenbedingungen erläutert.

Die jetzige Brücke in einer Breite von 33 Metern wird von der Unteren Wasserbehörde so als nicht mehr genehmigungsfähig bezeichnet.  Sie muss deutlich kleiner werden, um dem Gewässer mehr Platz zu bieten.

Im Grund genommen geht es hier um die Frage, wofür wir den knappen Raum zur Verfügung stellen. Es konkurrieren dort die Ansprüche des Verkehrs, insbesondere des motorisierten Individualverkehrs, der Raum , der dem Gewässer selbst gegeben werden muss und soll und der Raum, der der Aufenthaltsqualität, insbesondere auch der Gastronomie gegeben werden soll.

Wichtig ist auch , die Auswirkungen der Planung auf den kommenden und abfließenden Verkehr zu richten., hier insbesondere Kurze Straße, Kirchplatz und Kirchstraße. Grundsätzlich wäre hier zu überlegen, ob ab dieser Stelle motorisierter Individualverkehr überhaupt gewünscht ist, bzw. welche Priorität ihm eingeräumt wird.

Die SPD Nottuln möchte vor einem Votum alle Alternativen des Planungsbüros vorstellen und ein Umfragebild erstellen. In Coronazeiten sind größere Bürgerversammlungen nicht möglich. Deshalb will die SPD Nottuln alternative Möglichkeiten nutzen, um eine frühzeitige Bürgerbeteiligung möglich zu machen.

Bei den vorgestellten Varianten ist teilweise eine Versetzung des Brunnens, deren Kosten noch nicht ermittelt wurden, nötig.

Seitens der Verwaltung wurden dem Ausschuss die Alternativen 1 B und 2, 2 A näher empfohlen.

Entwurfsvarianten: Beurteilung aus der Verwaltungsvorlage zum Gemeindeentwicklungsausschuss

Für die Gestaltung des Straßen- bzw. Platzbereichs oberhalb des Brückenbauwerks wurden verschiedene Varianten und -untervarianten erarbeitet. Die Varianten 1-3 unterscheiden sich im Grundsatz insbesondere durch folgende grundlegende Voraussetzungen: die Lage des Brunnens, Lage und Breite der Fahrbahnen, Verkehrsführungen und Fahrbeziehungen (Abbindung der Kurzen Straße), Lage und Breite des Brückenbauwerks.

Variante 1: 

  • Alle Verkehrsbeziehungen bleiben erhalten
  • Reduzierung der Breite des Brückenbauwerks auf 13,95 m
  • Die Fahrbahn der Straße „Kirchplatz“ wird nach Osten verschwenkt. Hierfür wird der Brunnen nach Westen verschoben 
  • Der Platz im Bereich der Hausnummer Kirchplatz 5 wird vergrößert, der Brunnen wird in die Platzgestaltung integriert
  • Der Nonnenbach wird im Rahmen der neuen Platzgestaltung im vorderen Bereich der Hausnummer 5 erlebbar gemacht 

Vorteile: 

  • Klare Fahrbahnführung
  • Starke Reduzierung der Breite des Brückenbauwerks möglich

Nachteile: 

  • Hohe Kosten durch Verlagerung des Brunnens. 

Variante 1A:

  • Alle Verkehrsbeziehungen bleiben erhalten
  • Reduzierung der Breite des Brückenbauwerks auf 17,55 m
  • Der Brunnen bleibt an seinem heutigen Standort auf dem Stiftsplatz innerhalb der Fahrbahn, daher ist nur eine geringe Reduzierung der Breite des Brückenbauwerks möglich
  • Der Nonnenbach wird im Rahmen der neuen Platzgestaltung im vorderen Bereich der Hausnummer 5 erlebbar gemacht. 

Vorteile: 

  • Der Brunnen verbleibt an seinem heutigen Standort

Nachteile:

  • Breites Brückenbauwerk aufgrund der Fahrbeziehungen erforderlich
  • Breite Fahrbahnen und unklare Fahrbeziehungen 

Variante 1B:

  • Alle Verkehrsbeziehungen bleiben erhalten
  • Reduzierung der Breite des Brückenbauwerks auf 13,20 m
  • Der Brunnen bleibt an seinem heutigen Standort erhalten, liegt aber außerhalb der Fahrbahn,
  • Die Fahrbahn des Kirchplatzes wird stark verschwenkt, so dass eine Entschleunigung der gefahrenen Geschwindigkeiten möglich ist
  • Es entsteht eine gesammelte, gemischte Fahrsituation mit nur einer Fahrspur auf der Brücke, die ca. 5,50 m breit ist
  •  - Es werden zwei Kreuzungspunkte gebildet (Kirchplatz/Stiftsplatz, Kurze Straße/Kirchstraße)
  • - Der Nonnenbach wird im Rahmen der neuen Platzgestaltung im vorderen Bereich der Hausnummer 5 erlebbar gemacht. 

Vorteile: 

  • Erhalt des Brunnens
  • Vor dem Gebäude Kirchplatz Nr. 5 ist die Gestaltung eines Aufenthaltsbereichs möglich, der Brunnen ist in die Platzgestaltung integriert
  • Starke Reduzierung der Breite des Brückenbauwerks möglich 
  • Klare Fahrbeziehungen 
  • - Südliche Fahrbahnbegrenzungen zum Marktplatz können im Bestand erhalten bleiben. 

Variante 2: 

  • Die Kurze Straße wird abgebunden und endet in einer Sackgasse mit Wendemöglichkeit; dadurch werden Durchgangsverkehre unterbunden, was zu einer Verkehrsberuhigung führt
  • Deutlich höhere Aufenthaltsqualität südlich des Nonnenbachs durch die Gestaltung eines autofreien Platzes
  • Einrichtung Treppenanlage zur verbesserten Wahrnehmung des Nonnenbachs
  • Starke Reduzierung der Breite des Brückenbauwerks auf 10,95 m möglich
  • Die Fahrbahn der Straße „Kirchplatz“ wird nach Osten verschwenkt. Hierfür wird der Brunnen nach Westen verschoben 

Vorteile:

  •  Klare Fahrbahnführung
  •  Starke Reduzierung der Breite des Brückenbauwerks möglich 
  • Höhere Aufenthaltsqualität und Wahrnehmung des Gewässers nördlich und südlich des Nonnenbachs möglich

Nachteile: 

  • Hohe Kosten durch Verlagerung des Brunnens
  • Erhöhte Kosten durch die Treppenanlage
  • Keine Fahrbeziehungen Kurze Straße
  • Keine dauerhafte Wasserführung im Nonnenbach

Variante 2A:  - Untervariante zu Variante 2 

  • Unterschiede: keine Treppenanlage
  • Der Brunnen verbleibt am heutigen Standort, die Fahrbahn „Kirchplatz“ wird verschwenkt 

Variante 3:

  • Erhalt der heutigen Fahrbeziehungen
  • Brunnen bleibt in seiner Lage erhalten, liegt innerhalb der Fahrbahn
  • Bau zweier Brücken, Gestaltung eines „Wasserfensters“ innerhalb des Platzes  Vorteile:
  • Erhalt des Brunnens
  • Starke Reduzierung der Breite des Brückenbauwerks möglich 
  • Höhere Aufenthaltsqualität und Wahrnehmung des Gewässers nördlich und südlich des Nonnenbachs möglich

Nachteile: 

  • Unklare Fahrbeziehungen, erschwerte Orientierung 
  • Hohe Kosten durch den Bau von zwei Brückenbauwerken
  • Erhöhte Kosten für die regelmäßige Kontrolle von zwei Brückenbauwerken 
  • Hoher Anteil an Flächen, in denen motorisierter Verkehr aufkommt, somit sind die autofreien Flächen kleiner als in den Varianten 1 und 2 und deren Untervarianten 

Nach Abwägung der Vor- und Nachteile der verschiedenen Varianten schlägt die Verwaltung die Varianten 1B und die Varianten 2/2A für die weitere und vertiefte Planungsdiskussion vor. Bei diesen Varianten werden alle wesentlichen Planungsziele erreicht, die baulichen und strukturellen Veränderungen sind bei den Varianten 2/2A weitreichender. Ziel der Sitzung des Ausschusses am 08.06.2020 ist der Beschluss einer Vorzugsvariante, aus der dann die Abmessungen für das technische Brückenbauwerk übernommen werden können. 

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