Was Stephen Hawking mit Nordkirchen zu tun hat

Allgemein

Am 14. März 2018 endete der mehr als bemerkenswerte Lebensweg von Stephen Hawking. Was von den 76 Jahren seines Lebens bleibt ist neben einer unfassbaren Menge wissenschaftlicher Dokumentationen, Ideen und Grundsätzen vor allem eines: die Mahnung an die Menschheit, sich nicht von Oberflächlichkeiten leiten zu lassen und sich mit den Menschen zu beschäftigen, bevor man sie beurteilt. Man könnte sagen: Sein Leben ist ein flammender Appell an die Inklusion!

Ein Nachruf von Carsten Sprung

Stephen Hawking und ich sind uns das erste Mal im Jahr 2002 begegnet. Nicht persönlich natürlich, sondern in Form eines seiner Bücher. Richtig sauer war ich dann auf Seite 19 dieses Buches, auf der er mir versuchte zu erklären, warum manche Naturgesetze nur durch die Krümmung der Raumzeit möglich wären! Ich habe es bis heute nicht wirklich verstanden, und was mich besonders wütend machte war, mit welcher Leichtigkeit dieser Hawking die Dinge der Welt erklären konnte.

Ich war fasziniert!

Irgendwann später kam es zu einem weiteren - erneut virtuellen - Aufeinandertreffen, als über ihn in den Nachrichten berichtet wurde. Ich war geschockt: dieser Mann in dem Rollstuhl, der nicht sprechen kann, sollte dieses Genie sein, das mich mit seinem Buch zur Verzweiflung trieb?

Ich gestehe reumütig: ich musste mich zusammenreißen, um nicht wegzuschauen!

Und es hat sich natürlich gelohnt, die Neugier gewinnen zu lassen und sich diesem Mann zu widmen, der so bemitleidenswert aussah in seinem Rollstuhl und doch in der Lage war, meinem Verstand seine Grenzen aufzuzeigen! In der Folgezeit begleitete mich Stephen Hawking immer mal wieder in Form seiner Bücher und Hörbücher. Aber vor allem, wenn mir Menschen mit Einschränkungen durch Behinderungen oder schwersten Erkrankungen begegnen, erinnert mich Stephen Hawking daran, welcher Lebensmut und -wille von diesen Menschen ausgehen kann! Und wie wichtig die Anerkennung und Aufmerksamkeit der Umgebung für sie ist, um diesen Lebensmut zu unterstützen!

Stephen Hawking brauchte keine Inklusion - sein beeindruckendes Wirken hat ihm schon zu Lebzeiten einen Platz in der Geschichte gesichert. Aber die Menschen, die mir in Nordkirchen oder sonstwo auf der Welt begegnen, für DIE ist Inklusion wichtig! Sie bedürfen der gleichen Aufmerksamkeit wie Stephen Hawking - und haben sie auch genauso verdient!

Oft sagt man ja, man werde einem Verstorbenen ein "ehrendes Andenken" bewahren. Im Fall von Stephen Hawking jedenfalls kann man das in Nordkirchen insbesondere durch die Kinderheilstätte und die Caritas-Werkstätten nahezu täglich tun!

Möge er in Frieden ruhen - und vielleicht verstehe ich die Krümmung der Raumzeit irgendwann ja doch noch!

 

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